Koordinaten beim Fräsen

Die drei Achsen stimmen – wie bei der Drehmaschine – mit den Bewegungsrichtungen überein. Den Werkstück-Nullpunkt W hat man hier in die Werkstückecke links vorne oben gelegt.

Durch Angabe der Koordinaten wird jeder Punkt, zu dem das Werkzeug verfahren soll, eindeutig festgelegt. Das Wort für eine Koordinate besteht aus:

  • der Adresse (X,Y oder Z), die die Achse bezeichnet
  • dem Zahlenwert, der den Abstand des Punktes vom Werkstück-Nullpunkt auf der Achse angibt
  • dem Vorzeichen, das angibt, ob der Punkt im positiven oder negativen Teil der Achse liegt – wobei nur das Minus geschrieben wird. Das Pluszeichen kann man weglassen

Das Prinzip ist also das gleiche wie beim Drehen.

Um einen Punkt in einem Koordinatensystem festzulegen, müssen die Zahlenwerte für jede Achse angegeben werden, beim Fräsen also drei. Auch wenn eine Koordinate den Zahlenwert Null hat, muss er angegeben werden. Für den Punkt P1 sollte man als Bsp. X0 Y3 Z4.

Die Koordinaten aus Werkstück-Zeichnungen zu bestimmen, ist eine der Voraussetzungen dafür, anhand der Zeichnung ein Programm zu schreiben. In der Werkstatt haben Sie es mit technischen Zeichnungen zu tun, die Vorderansicht (XZ-Ebene), Draufsicht (X-Y-Ebene), Seitenansicht (YZ-Ebene) oder Schnitte von Frästeilen darstellen. Solche Darstellungen sollten bekannt sein. Neu ist lediglich das Koordinatensystem. Die Lage des Werkstück-Nullpunkts muss natürlich bei allen Ansichten übereinstimmen.

Bei Werkstückzeichnungen ist vielfach der Werkstück-Nullpunkt und damit die Lage des Werkstück-Koordinatensystems nicht festgelegt. Der Bediener, der das Programm erstellt, muss also die LAge des Werkstück-Nullpunkts selbst bestimmen und in die Zeichnung eintragen.

Bei Drehteilen wird der Nullpunkt – wie Sie schon gehört haben – immer auf die Drehachse gelegt. Bei Frästeilen ist man im Prinzip in der Wahl der Lage des Werkstücks-Nullpunkts frei. In der Praxis wird der Werkstück-Nullpunkt so gewählt, dass die Zahlenwerte für die Koordinaten aus der Zeichnung abgelesen werden können und möglichst wenig Rechenarbeit nötig ist. Deshalb ist es meist am sinnvollsten, den Werkstück-Nullpunkt in eine Ecke des Frästeils zu legen, und dabei auch zu berücksichtigen, auf welche Ebene sich die Maßangaben beziehen.

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