Fräsen, Drehen & Zerspanung

Kurz gesagt

Drei Größen bestimmen jeden Schnitt: Schnittgeschwindigkeit (aus Drehzahl und Durchmesser), Vorschub pro Zahn und Zustellung. Passen sie zu Werkstoff und Werkzeug, entstehen saubere Späne, gute Oberflächen und lange Standzeiten.

Zerspanen heißt: Eine Schneide trennt Material in Form von Spänen ab. Beim Fräsen dreht sich das Werkzeug, beim Drehen das Werkstück. Hier findest du die Verfahren, die im Modellbau und in der Werkstatt am häufigsten vorkommen – mit Schnittdaten, Frässtrategien und den Fehlerbildern, an denen du erkennst, was schiefläuft.

Hier anfangen

Fräsen im Modellbau

Im Modellbau wird vor allem gefräst: Spanten aus Sperrholz, Formen aus Hartschaum, Halter aus Aluminium, Platinenträger aus Pertinax. Die Grundregeln sind dieselben wie in der Industrie, nur Maschinen und Werkstoffe sind andere. Kleine Maschinen sind weniger steif – deshalb lohnt es sich, mit Zustellung und Vorschub sorgfältig zu arbeiten und lieber einen Schnitt mehr zu planen. Welche Werkstoffe wie reagieren, steht im Bereich Werkstoffe & Oberflächen.

Strategien: Schruppen, Schlichten, Restmaterial

Zuerst wird grob vorgearbeitet (Schruppen) und ein gleichmäßiges Aufmaß stehen gelassen, dann folgt das Schlichten auf Endmaß. CAM-Strategien wie Z-Level, Spirale oder Restmaterialbearbeitung bestimmen, wie das Werkzeug dabei fährt. Wichtig sind auch Ein- und Ausfahrt: Eine Rampe oder Helix schont den Fräser beim Eintauchen – siehe Anfahrrampe.

Bohren, Drehen, Schleifen, Erodieren

Neben dem Fräsen gehören Bohren, Gewindeschneiden und Drehen zum Alltag. Für harte Werkstoffe und feine Oberflächen kommen Schleifen und Erodieren dazu. Und Kühlung: Kühlschmierstoff, Minimalmengenschmierung, Druckluft oder ganz trocken – jede Variante hat ihren Platz.

Häufige Fragen

Gleichlauf oder Gegenlauf fräsen?

Auf spielfreien CNC-Maschinen wird meist im Gleichlauf gefräst: Der Span beginnt dick und endet dünn, das schont die Schneide und verbessert die Oberfläche. Gegenlauf ist sinnvoll, wenn die Maschine Umkehrspiel hat – etwa bei konventionellen Fräsen – oder bei harter Gusshaut.

Wie berechne ich die Drehzahl zum Fräsen?

Drehzahl n = Schnittgeschwindigkeit vc × 1000 / (π × Durchmesser d). Beispiel: vc = 300 m/min und d = 6 mm ergibt rund 15.900 1/min. Die passende Schnittgeschwindigkeit hängt von Werkstoff und Schneidstoff ab – Herstellerangaben sind der beste Startwert.

Was hilft gegen Rattermarken?

Meist die Steifigkeit: Werkzeug kürzer spannen, Werkstück näher am Spannmittel fassen, Zustellung verringern oder die Drehzahl gezielt verändern. Ändere immer nur eine Größe pro Versuch – siehe Rattermarken beim Fräsen.

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