CNC-Programmierung & G-Code
Ein NC-Satz besteht aus Wörtern: Adressbuchstabe plus Zahl, zum Beispiel G1 X20 F300. G-Wörter legen die Bewegungsart fest, X, Y und Z das Ziel, F den Vorschub, S die Drehzahl und M Zusatzfunktionen wie Spindel oder Kühlmittel.
Ein CNC-Programm ist eine Folge von Sätzen, die der Maschine sagen, wohin sie fährt, wie schnell und mit welchem Werkzeug. Hier lernst du die Sprache dahinter – den G-Code nach DIN 66025 –, von den Wegbedingungen G0 bis G3 über Koordinaten und Nullpunkte bis zu Zyklen, Parametern und Makros.
Hier anfangen
- NC-Grundbefehle – Wörter, Sätze und Aufbau eines NC-Programms
- G-Codes nach DIN 66025 – G0, G1, G2 und G3 – die vier wichtigsten Wegbedingungen
- Koordinatensystem bei CNC – Maschinenbezug, Werkstücknullpunkt und Wegangaben
- Referenzpunkt und Referenzfahrt – Referenzpunkt, Maschinen- und Werkstücknullpunkt
- Relativmaß-Programmierung – G90 und G91: absolut oder relativ programmieren
- G03 programmieren – Kreisbögen mit Mittelpunkt und Drehrichtung
- G83-Bohrzyklus – Tieflochbohren mit Zustellung und Rückzugsebene
- Werkzeugwege verstehen – Kontur, Mittelpunktbahn und Radiuskorrektur
Vom Satz zum Werkstück
Die Steuerung arbeitet ein Programm Satz für Satz ab. Wegbedingungen wie G0 (Eilgang), G1 (Gerade im Vorschub) sowie G2 und G3 (Kreisbogen im und gegen den Uhrzeigersinn) beschreiben die Bewegung, die Koordinaten das Ziel. Entscheidend ist der Bezug: Ob eine Zahl absolut vom Werkstücknullpunkt (G90) oder relativ zur aktuellen Position (G91) gemeint ist, verändert die ganze Bahn.
Nullpunkte, Korrekturen und Zyklen
Bevor das erste Teil läuft, müssen Maschinennullpunkt, Referenzpunkt und Werkstücknullpunkt stimmen. Die Werkzeugradiuskorrektur sorgt dafür, dass der Fräser neben der Kontur fährt und nicht auf ihr. Zyklen fassen wiederkehrende Abläufe zusammen – etwa das Bohren in Etappen mit G83. Mit Parametern und Makros werden Programme schließlich variabel: ein Programm für viele Maße.
Programmieren von Hand oder mit CAM?
Kurze Programme und Bohrbilder schreibt man oft direkt, komplexe 3D-Konturen erzeugt ein CAM-System aus dem CAD-Modell. Den G-Code zu verstehen, lohnt sich trotzdem: Nur so erkennst du Fehler im CAM-Ausgang, bevor sie in der Maschine passieren. Mehr dazu unter CNC-Programmerstellung und CNC-Programmtest. Die Grundlagen der CAD-Seite findest du im Bereich CAD & Konstruktion.
Häufige Fragen
Ist G-Code bei allen Steuerungen gleich?
Nein. Die Grundbefehle wie G0 bis G3 oder G90 und G91 sind durch DIN 66025 und ISO 6983 weit verbreitet. Zyklen, Parameter und einzelne G- und M-Nummern unterscheiden sich aber je nach Hersteller. Verbindlich ist immer die Programmieranleitung deiner Steuerung.
Was ist der Unterschied zwischen G90 und G91?
Mit G90 beziehen sich alle Koordinaten auf den aktiven Nullpunkt (Absolutmaß). Mit G91 ist jede Angabe ein Weg ab der aktuellen Position (Kettenmaß). Zweimal X10 fährt mit G90 also einmal nach X10, mit G91 insgesamt 20 mm weit – siehe Relativmaß-Programmierung.
Muss ich G-Code von Hand schreiben können?
Für einfache Teile, Bohrbilder und zum Prüfen von CAM-Programmen ja – zumindest lesen solltest du ihn sicher können. Freiformflächen und komplexe 3D-Bahnen lässt man sinnvollerweise vom CAM-System berechnen.
Alle Artikel zu CNC-Programmierung & G-Code
- Anfahrrampe beim Fräsen: Rampenwinkel, Helix und sicherer Werkzeugeintritt
- Anfahrstrategie beim Fräsen: Kontur, Einrollbogen und Werkzeugkorrektur
- AV- und Werkstattprogrammierung: Daten, Übergabe und Änderungen
- CNC-Programmerstellung: manuell, Dialog oder CAD/CAM?
- CNC-Programmtest: Code, Simulation und Einrichtung prüfen
- Diagonalvorschub: Bahnvorschub und Achsgeschwindigkeiten
- G-Codes nach DIN 66025: G0, G1, G2 und G3 verstehen
- G03 programmieren: Kreisbogen, Mittelpunkt und Drehrichtung
- G53: Maschinenkoordinaten und sichere Rückzugsplanung verstehen
- G83-Bohrzyklus: Zustellung, R-Ebene und G98/G99
- Koordinaten beim Drehen: X, Z, Durchmesser und Radius
- Koordinaten beim Fräsen: Achsen, Nullpunkt und Vorzeichen
- Koordinatenrotation bei CNC: Drehpunkt, Winkel und Werkzeugwege
- Koordinatensystem bei CNC: Maschinenbezug, Werkstücknullpunkt und Wegangaben
- Makroprogrammierung: Eingaben, Ergebnisse und Zustände sauber trennen
- NC-Grundbefehle: Wörter, Sätze und DIN 66025 verstehen
- Parameterprogrammierung verstehen: Variablen, Reihen und Prüfbedingungen
- Parameterübergabe in CNC-Programmen: Werte, Unterprogramme und Fehlerprüfung
- Referenzpunkt und Referenzfahrt: Maschinen- und Werkstücknullpunkt verstehen
- Relativmaß-Programmierung: G91 und G90 im Vergleich
- Schnittaufteilung beim Fräsen: Zustellung, Eingriff und Aufmaß
- Spiegelung in CAD und CNC: Symmetrie, Bezug und Werkzeugwege
- Teach-in und Playback: Positionen lernen, Bewegungen prüfen
- Überschleifen in der CNC-Bahnsteuerung: Ecken, Vorschub und Toleranz
- Weginformationen in CNC-Programmen: Bezug, Ziel und Bahn
- Werkzeugwege verstehen: Kontur, Mittelpunktbahn und Korrektur